Schulprogramm der Evangelischen Grundschule Frankenthal

3.3. Betreute Freizeit / außerunterrichtliche Aktivitäten


Grundlage für die Arbeit und Betreuung im Nachmittagsbereich bildet der sächsische Bildungsplan. Wir sind bestrebt, alle sechs darin verankerten Bildungsbereiche in unsere Arbeit einfließen zu lassen und stetig zu vertiefen:
1. Somatische Bildung
2. Soziale Bildung
3. Kommunikative Bildung
4. Ästhetische Bildung
5. Naturwissenschaftliche Bildung
6. Mathematische Bildung


3.3.1. Somatische Bildung
Dieser Bildungsbereich steht zu Recht an erster Stelle. Denn in erster Linie ist es wichtig, dass alle Kinder sich in unserer Schule wohl fühlen. Dazu ist es notwendig, dass sie eine emotionale Intelligenz entwickeln. Sie sollen lernen, ihren eigenen Körper mit all seinen Bedürfnissen wahrzunehmen. Ebenso werden sie für die Bedürfnisse und das Wohlbefinden anderer Kinder sensibilisiert. Die Kinder sollen selbst erkennen, was ihnen gut tut. Sie lernen ihre Wirkung auf andere einzuschätzen, so dass sie ihren Nachmittag eigenverantwortlich planen und gestalten können.


So legen sie zum Beispiel selbst fest, wann sie ihre Hausaufgaben erledigen, an welchen Arbeitsgemeinschaften sie teilnehmen und in welchen Bereichen unserer offenen Nachmittagsbetreuung sie sich betätigen. Dazu bieten wir im Kreativzimmer, in der Werkstatt, in der Arche, in der Leseecke oder auf dem neu gestalteten naturnahen Schulhof betreute Angebote sowie freie Beschäftigung an. Die Kinder können selbst Ideen einbringen, was am Nachmittag stattfindet.


Wöchentlich gibt es eine fest im Stundenplan integrierte Klassenkonferenz statt, in welcher aktuelle Belange der Klassengemeinschaft besprochen werden. Zudem treffen sich jeweils zwei Schülersprecher jeder Klasse einmal wöchentlich im Schülerrat, um gemeinsame Aktivitäten zu besprechen und zu planen sowie auftretende Probleme im Umgang miteinander zu klären.


Die offene Betreuung, der große Schulhof und die vielfältigen Spielmöglichkeiten regen die Kinder an, sich am Nachmittag viel an der frischen Luft aufzuhalten und zu bewegen, was wichtiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise ist.
Die tägliche Vesper während der Zeit von 14.00 – 15.00 Uhr hilft den Kindern, sich ausgewogen und gesund zu ernähren.
Wir arbeiten ständig an der Vielfalt und der Qualität unserer Arbeit und sind bestrebt, den Kindern als Vorbild hilfreich zu sein. Seit 2015 setzen wir unser Konzept – mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Verantwortungsbewusstsein in unseren Nach-mittag einzubringen – um und dürfen uns seit 2017 „Bewegte Kita“ nennen.
Uns ist es wichtig, dass die Kinder einen erholsamen und strukturierten Nachmittag erleben, der ihren Bedürfnissen entspricht bzw. entgegenkommt und sie einen Ausgleich zum Unterricht finden.


3.3.2. Soziale Bildung
Die offene Arbeit am Nachmittag ermöglicht das Bilden ständig wechselnder, altersgemischter Gruppen. Die Kinder lernen so, miteinander in angemessener Form umzugehen, unterschiedliche Freundschaften entstehen zu lassen und mit Meinungsverschiedenheiten umzugehen.


Die Einbeziehung der Kinder in die Gestaltung des Nachmittages, die Klassenkonferenzen und den Schülerrat fördert dieses Anliegen und gibt den Erziehern Raum, mit ihnen konstruktiv zu arbeiten.
Gemeinsame Höhepunkte wie Kindertag, Weltgebetstag, Erntedank, Muttertag, Oma-Opa-Nachmittag oder gemeinsame Geburtstagsfeiern werden von den Kindern gern angenommen und bieten ein weites Feld der sozialen Entwicklung unter den uns sehr wichtigen christlichen Gesichtspunkten des menschlichen Miteinanders, der Nächstenliebe, des Helfens, des Vertrauens und der Dankbarkeit.


Als Schatzhüter lernen die Kinder innerhalb eines Spielzeug-Ausleihsystems selbst Verantwortung zu übernehmen. Ihre Aufgabe ist es, mit Unterstützung der Erzieher den ordentlichen und zweckgebundenen Umgang mit Spielgeräten zu überwachen und die anderen Kinder zur Ordnung im Spielzeugraum anzuhalten.


3.3.3. Kommunikative Bildung

Auch am Nachmittag sollen die Kinder ihre Sprache und Ausdrucksweise weiterentwickeln und angemessen gebrauchen, worauf das Erzieher-Team achtet.
Eine Herausforderung bilden die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Kinderkonferenzen, in denen der Schülerrat Probleme und anstehende Aufgaben mit allen Kindern gemeinsam bespricht.
3.3.4. Ästhetische Bildung
Mit der Einrichtung eines Kreativzimmers und einer kleinen Werkstatt haben wir die Grundlagen für diesen Bildungsbereich geschaffen. Die Kinder können ihren kreativen Neigungen nachgehen und vielfältige Techniken und Materialien erproben. Durch unterschiedliche Angebote, die zum Teil den Ideen der Kinder entspringen, erlernen sie neue gestalterische Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Jede Woche neu wählt der Schülerrat das „Bild der Woche“, welches dann im Schulhaus ausgehangen wird.
Die Leseecke mit unserer kleinen Bibliothek lädt Kinder ein, selbst Zugang zu Geschriebenem zu finden. Auch Hörspiele werden gern genutzt.


3.3.5. Naturwissenschaftliche Bildung
Unser offenes Konzept und die damit verbundene Altersgemischtheit ermöglicht es älteren Kindern ihr erworbenes Wissen an jüngere Kinder weiterzugeben. Dies bietet sich besonders in unseren Entdecker- und Erfinderecken, wie beispielsweise Werkstatt, Teich oder Schulgarten an. Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit, bei der Pflege des Schulhofes sowie bei Kleinstreparaturen von Spielzeug oder Einrichtungsgegenständen mitzuhelfen. Außerdem können sie in der Werkstatt technische Geräte auseinanderbauen, um zu verstehen, wie diese funktionieren.
Die Verbindung von theoretischer und praktischer Tätigkeit sorgt dafür, dass die gewonnenen Erkenntnisse sowie Eindrücke auf vielen Sinneskanälen verarbeitet werden und in den eigenen Wissensbestand nachhaltig eingehen. In unserer Leseecke gibt es viel Literatur zum Thema Naturwissenschaften, die es den Kindern ermöglicht, Themen nachzulesen und besser zu verstehen.


3.3.6. Mathematische Bildung
Mit Unterstützung der Erzieher lernen die Kinder, sich ihren Nachmittag weitestgehend selbst zu organisieren und sich ihre Zeit einzuteilen. Dies wird umgesetzt z.B. bei der frei wählbaren Zeit zur Erledigung der Hausaufgaben, der Zeit für die Vesper oder der in der Heimwegkarte vermerkten Bus- bzw. Heimgehzeit. Die Festigung der Kenntnisse über die Uhr geschieht dabei ganz nebenbei.

Viel Freude haben die Kinder an der Arbeit in der Kinderküche. Hier können sie all ihr erworbenes Wissen über Größen und Mengen zur Anwendung bringen und erproben. Auch beim Basteln und Werkeln erweitern und festigen die Kinder ständig ihr bereits erworbenes Wissen.


Das Erzieher-Team ist ständig bestrebt, die Organisation des Nachmittages zu optimieren, zu strukturieren und qualitativ zu verbessern, um den Interessen und Neigungen aller Kinder entgegenzukommen und jedes einzelne seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend zu fördern.

Pages: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11